Barbarossa-Nacht 2010


7. Juni 2010

Am 10. Juni in der ehemaligen Kaiserpfalz Kaiserslautern

Im Rahmen des Stauferjahres 2010 veranstalten die Stadt Kaiserslautern und der Förderkreis zur Erhaltung der Kaiserpfalz Kaiserslautern e.V. im Serenadenhof der ehemaligen Kaiserpfalz von 19 bis zirka 23 Uhr die „Barbarossa-Nacht". Der Eintritt ist frei.

Vor 820 Jahren, am 10. Juni 1190, ist Kaiser Friedrich I., genannt „Barbarossa", auf einem Kreuzzug im Fluss Saleph nahe Seleucia (Armenisches Königreich von Kilikien) gestorben. Über die Umstände seines Todes wird heute noch spekuliert. Wo Kaiser Friedrich I. begraben ist, weiß ebenso niemand genau. Sein Herz und seine Eingeweide sollen in Tarsos, sein „Fleisch" in der Peterskirche in Antiochia beigesetzt worden sein und seine Gebeine liegen wahrscheinlich in der Hafenstadt Tyrus (heute Libanon).

Seit seinem plötzlichen und unerwarteten Tod beflügelt „Barbarossa" den Geist und die Herzen der Menschen und die Volkssage ließ ihn ins Reich der Legenden entrücken. Und so wartet der alte Kaiser Friedrich I. der Sage nach schlafend auf einem Stuhl von Elfenbein in einem unterirdischen Schloss des Kyffhäuserberges. Und auch in Kaiserslautern erzählt die Sage, dass „Barbarossa" an jedem Todestag auch heute noch um Mitternacht den Sonntagskindern in der Kaiserpfalz in voller und einstiger Pracht erscheint. Die aus ihren Gräbern auferstandenen Ritter und Gefolgsleute des ehemaligen Herrschers ziehen dann bis zur Morgendämmerung in einem Trauerzug zu Ehren „Barbarossas" durch Kaiserslautern…

Ob die Besucherinnen und Besucher des Festes diese Erscheinungen zu Gesicht bekommen, bleibt eine Überraschung. Fest steht, dass den Gästen an diesem Abend ein buntes Programm geboten wird. Los geht es um 19 Uhr im Serenadenhof der ehemaligen Kaiserpfalz (unterhalb des Rathauses) mit der Begrüßung durch Oberbürgermeister Dr. Klaus Weichel. Wer könnte sagen wie die Sänger des Mittelalters geklungen haben? Wie mag wohl Walther von der Vogelweide oder Neidhart aufgetreten sein? Eine spannende und persönliche Antwort darauf gibt der Minnesänger Knud Seckel, inspiriert von den Werken der Troubadoure und Trouvères der damaligen Zeit.

„Barbarossa comes back" - basierend auf historischen Tatsachen präsentiert Carsten Neufeld auf sehr unterhaltsame Art die Zeit, Örtlichkeiten und die Person Friedrich I. „Fürwahr von Kaiserart" heißt es dann, wenn das Schauspielensemble des Pfalztheaters zur Lesung mit Prosa und Gedichten bittet. Jan Müller zeigt, wie Feuerschlucker damals bei Hofe den Kaiser unterhalten haben. Die zweite Ehefrau von Friedrich I., Beatrix von Burgund (Ingeborg Schüler), erzählt aus ihrem Leben. Für das leibliche Wohl rund um die Barbarossa-Nacht sorgt „Die Legende e.V.". Der Verein wird auch ein kleines Museumszelt aufbauen, lässt „Werner, den fahrenden Musiker" für Unterhaltung sorgen und mischt sich mit seinem Gefolge unter die Leute.


Bericht: Petra Rödler,
Beirat/Pressearbeit, Förderkreis zur Erhaltung der Kaiserpfalz Kaiserslautern e.V.